Situation in Äthiopien

Die Lage in Äthiopien

Die Situation in Äthiopien bleibt weiterhin besorgniserregend. Seit
16.2.2018 wurde der zweite Ausnahmezustand, innerhalb nicht einmal eines
Jahres, verhängt – jetzt für 6 Monate. Das bedeutet, dass alle Versammlungen
verboten sind, Polizei und Militär ohne richterliche Anordnungen
Verhaftungen vornehmen und ohne Begründung Häuser durchsuchen
dürfen, öffentliche Dienstleistungen ausgesetzt werden können. Die
Pressefreiheit ist noch weiter eingeschränkt. Das Internet wird noch häufiger
abgeschaltet.
Als Gemeinde sind wir verbunden mit dem, was in Äthiopien vor sich
geht, wir spüren den Schmerz, teilen die Hilflosigkeit und suchen nach
Perspektiven. Auch Verwandte und Freunde der Oromomitglieder wurden
in den letzten Jahren kriminalisiert und grundlos der Folter und dem
Gefängnis ausgesetzt. Viele sind in Sorge, weil sie oft wochenlang nichts
von ihren Verwandten und Freunden hören, jetzt wird dies noch schwieriger.
In den letzten 2 Jahren wurden bei und nach regierungskritischen
Demonstrationen hunderte Menschen getötet, und Tausende festgenommen.

Am 20. April 2018 um 19.30 Uhr  werden wir den Film „Das grüne Gold“ zeigen,
der eindrücklich die wirtschaftlichen Zusammenhänge der aktuellen Unruhen aufzeigt.
In der Ankündigung zum Film wird der wirtschaftliche und politische
Kontext in Äthiopien so beschrieben:
„Weltweit wächst die kommerzielle Nachfrage nach Anbauflächen für
den globalen Markt, eine der lukrativsten neuen Spielflächen ist Äthiopien.
In der Hoffnung auf große Exporteinnahmen verpachtet die äthiopische
Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren.
Der Traum von Wohlstand hat jedoch seine dunklen Seiten: es folgen
Zwangsumsiedlungen riesigen Ausmaßes, über 1 Millionen Kleinbauern
verlieren ihre Lebensgrundlage, die Böden werden überfordert – die Antwort
ist eine Spirale der Gewalt im Angesicht einer paradoxen Umweltzerstörung.
Denn zu dieser Entwicklung tragen auch Milliarden Dollar
Entwicklungshilfe von Institutionen wie der EU und Weltbank bei. Und
wer sich in den Weg stellt, erfährt die harte Hand der Regierung. Dies
muss auch der junge äthiopische Umweltjournalist Argaw lernen, der
seine Stimme erhebt – und sich damit selbst in Gefahr bringt.
Transnationale Landinvestitionen als Konjunkturmaschine oder Ausverkauf
des eigenen Landes. Die einen hoffen auf große Gewinne und Fortschritt,
die anderen verlieren Existenz und Zuhause. Der erschreckenden
Wahrheit auf der Spur trifft der schwedische Regisseur Joakim Demmer
auf Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, kämpfende
Umweltaktivisten und vertriebene Bauern. Ein ungeheuerlicher
Real-Thriller, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über
die globalen Finanzmetropolen direkt auf unseren Esstisch führt“

(https://www.neuevisionen.de/index.php?https://www.neuevisionen.de/einzelfilm.php?id=1236).

 März 2018, Gisela Egler-Köksal

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