Reihe „Film und Gespräch
Gerechtigkeit heißt, gegen
alle scheinbaren Sachzwänge den jeweils Schwächeren zu ihrem Recht verhelfen
und ihnen eine faire Chance geben – von Armut Betroffenen, Unterdrückten,
rassistisch Diskriminierten, Arbeitslosen, Menschen ohne Papiere, Kriegsopfern,
ausländischen Pflegekräften.
am Schaukasten – Beginn jeweils 19.00 Uhr – Eintritt frei
In einer besseren Welt Dänemark/Schweden
2010 Regie: Susanne Bier
Während
ein aus Schweden stammender Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingslager um das Überleben von Menschen und
gegen die Folgen von Gewalt ankämpft, suchen sein Sohn, der in der Schule von
Mobbing betroffen ist, und sein Freund die Lösung ihrer Probleme mit Gewalt.
Mittwoch,
5. Oktober 2011, 19 Uhr
Lola Frankreich/Philippinen 2009 Regie: Brillante Mendoza
Zwei Großmütter („Lolas“) aus der armen
Unterschicht in den Philippinen begegnen einander im Gerichtssaal. Der Enkel der einen soll den der anderen
ausgeraubt und getötet haben. Die eine muss das
Geld für die Bestattung aufzubringen, die andere braucht Geld für die Kaution.
Mittwoch, 2. November 2011, 19
Uhr
Wolken ziehen vorüber Finnland
1996 Regie: Aki Kaurismäki
Als die Oberkellnerin Ilona ihren Job in einem Restaurant
in Helsinki verliert, muss sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Lauri der harten
Realität der Arbeitslosigkeit stellen. Sie zehren ihre Ersparnisse auf, Lauri
beginnt zu trinken – bis Ilona beschließt,
selbst ein Restaurant zu eröffnen.
Mittwoch, 7. Dezember 2011, 19
Uhr
It’s a free world GB/Deutschland/Italien/Spanien 2007 R: Ken Loach
Die alleinerziehende Angie, Opfer und Täterin zugleich, hat eine Zeitarbeitsagentur
für Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance haben – im
Niedriglohnsektor, ohne geregelte Arbeitszeiten, ohne Krankenversicherung und ohne
Perspektive.
anschließend Vortrag:
Werner Schneider Quindeau: Recht und Gerechtigkeit im Film
Mittwoch, 11. Januar 2012, 18 Uhr im Kino Mal seh’n
Haus-Halt-Hilfe – Arbeiten im
fremden Alltag
Deutschland 2007 Regie: Petra Valentin
Die Dokumentation zeigt die Lebenssituation und das Lebensgefühl von sieben
Haushaltshilfen. Während die Arbeit gebenden Familien sich von der Hausarbeit
entlasten können, bleibt den Haushaltshilfen diese Tätigkeit oft als einzige
Existenzmöglichkeit und trennt sie häufig von ihren eigenen Familien.
Anschließend: Gespräch mit der Regisseurin (angefragt)
Mittwoch, 8. Februar 2012, 19
Uhr
Sturm Deutschland/Dänemark/Niederlande
2009 R.: H.-Chr. Schmid
Eine Anklägerin ermittelt für den Internationalen
Gerichtshof gegen einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Armee, der
ethnische Säuberung angeordnet haben soll. Sie muss eine junge Frau dazu bewegen,
als Zeugin aufzutreten – und sich den eigenen Erinnerungen zu stellen.
Mittwoch,
7.
März 2012, 19 Uhr
Das Geld (L’argent) Frankreich/Schweiz 1983 R.: Robert Bressons
Ein junger Mann gerät durch einen Zufall in den
Besitz eines gefälschten 500-Franc-Scheins und steuert dadurch in eine
unaufhaltsam sich zuspitzende Katastrophe. Der Film ist eine Parabel über den
Sieg des Bösen in einer herzlosen, zynischen, vom Geld beherrschten Gesellschaft.
Mittwoch,
4. April 2012
Die zwölf Geschworenen USA
1957 Regie: Sidney Lumet Ein
18-jähriger Puertoricaner steht wegen Mordes vor Gericht. Zwölf Geschworene
sollen entscheiden, ob er seinen Vater getötet hat oder ob er unschuldig ist.
Aber nur einer der Geschworene glaubt wirklich an die Unschuld des Farbigen und
versucht die anderen davon zu überzeugen.
Mittwoch, 2. Mai 2011
Herbst 2010 / Frühjahr 2011
Film und Gespräch:
Geist-Wirkungen
Die diesjährige Filmreihe „Geist-Wirkungen“ führt in drei bedeutende Länder Asiens: Japan, Süd-Korea und Taiwan. Das dortige Kino setzt sich in auf vielfältige Weise mit dem erheblichem Modernisierungsdruck auseinander, unter dem ihre Gesellschaften stehen, und thematisiert dabei vor allem die Wirkungen religiöser Traditionen auf diesen Prozess. Die wachsende Individualisierung, der Zerfall konventioneller Familienbilder und das verstärkte Bedürfnis nach Sinngebung führen zu dramatischen Verlusterfahrungen, die sich in geistlicher Ortlosigkeit und emotionaler Melancholie niederschlagen. So fern die religiösen Bilder Ostasiens uns auch sein mögen, die ausgewählten Filme rücken sie nah an die Erfahrungen in unserer eigenen Lebenswelt heran.
Mittwochs, Beginn jeweils 19.00 Uhr – Eingang am Schaukasten – Eintritt frei
Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling (Korea/BRD 2003, Regie: Kim Ki-Duk)
Auf einem See leben in einem schwimmenden Schrein ein Meister und sein Schüler. Den Jahreszeiten folgend erzählt der Film vom Zyklus des Lebens. Buddhistische Weisheit erschließt der Regisseur in ihrer Fremdheit und eröffnet interreligiöse Wahrnehmungen.
Mittwoch, 15. September, 19 Uhr
Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach? (Südkorea 1989, Regie: Bae Yong kyung)
Der Film handelt von drei Buddhistenmönchen, die in einem abgeschiedenen Kloster in bergigem Terrain leben: Ein alter Meister, ein junger Novize und ein Waisenjunge. Irgendwann kehrt der junge Mönch in die Stadt zurück. Eine Suche nach sich selbst beginnt.
Mittwoch, 20. Oktober, 19 Uhr
Nokan – Die Kunst des Ausklangs (Japan 2008, Regie: Yojiro Takita)
Daigo Kobayashi ist Cellist in einem Orchester in Tokio. Als das Orchester aufgelöst wird, verliert er seinen Job. Er beschließt, seine Karriere als Cellist aufzugeben. Mit seiner Frau zieht er in seine Heimatstadt. Dort nimmt er eine ungewöhnliche Arbeit: Er wird Bestatter.
Mittwoch, 24. November, 19 Uhr
Eureka (Japan 2000, Regie: Aoyama Shinj)
Auf der japanischen Insel Kyushu wird an einem heißen Sommermorgen ein Bus entführt. Die Geiselnahme endet in einem Blutbad, das nur drei Menschen überleben und sie schwer traumatisiert. Nur langsam finden sie Sprache und Identität wieder.
Mittwoch, 15. Dezember, 19 Uhr
What Time Is It There? (Taiwan 2001, Regie: Ming-liang Tsai)
Die Chinesin Shiang-Chyi ist auf der Suche nach einer Armbanduhr mit zwei verschiedenen Zifferblättern. Auf dem Sprung nach Europa möchte sie eine Uhr, die ihr auch die Zeit von zu Hause angibt. Ein stilles Filmgedicht über die Zeit, die Gegenwart und die Abwesenheit.
Mittwoch, 19. Januar, 19 Uhr
Yi Yi (Taiwan/Japan 1999, Regie: Edward Yang)
Der Film aus dem Leben einer gut situierten Kleinfamilie in der Krise, handelt von Liebe und Tod. Er erzählt ganz undramatisch von gesellschaftlichen Umbrüchen, von alltäglichen Erwartungen und Enttäuschungen, in denen die einzelnen sich selbst finden müssen.
Mittwoch, 16. Februar, 19 Uhr
Still Life (Hongkong/China 2006, Regie: Sanxia Haoren)
Der Minenarbeiter Han Sanming kehrt nach Jahren in seine Heimat Fengjie am Jangtse zurück, um seine frühere Frau Missy ausfindig zu machen. Tief geschockt steht er vor dem Drei-Schluchten-Staudamm, von dessen Bau er in den Bergen nichts mitbekommen hat.
Mittwoch, 16. März, 19 Uhr
Erleuchtung garantiert (Deutschland 2000, Regie: Doris Dörrie)
Das Roadmovie erzählt eine Geschichte von zwei Männern, die mit Hilfe eines buddhistischen Klosters zu sich selbst finden. In Japan angekommen scheint die ganze Reise ein Desaster zu werden. Die beiden verlieren sich, finden aber doch noch den Weg ins Kloster.
Mittwoch, 13. April, 19 Uhr